Nacharbeiten des Hochwassereinsatzes

Nach dem Hochwasserereignis an Pfingsten war die Arbeit für die Feuerwehr noch lange nicht beendet. Die Nachbereitung eines solchen Einsatzes ist ein wesentlicher Bestandteil der Tätigkeit der Feuerwehr, insbesondere für die Gerätewarte. Getreu dem Motto: „Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz.“

Um die Einsatzbereitschaft schnell komplett wiederherzustellen, muss das gesamte Material überprüft, gereinigt, zum Teil auch ausgetauscht oder bei Defekt neu beschafft und wieder verladen werden.

Im Gerätehaus des Löschbezirks (LB) Rilchingen-Hanweiler befindet sich hierfür zum Beispiel die Schlauchwerkstatt der Gemeindewehr. Dort sind nicht nur das Schlauchlager und die Schlauchwaschmaschine für alle Löschbezirke, hier werden auch alle im Einsatz verwendeten Schläuche geprüft und gereinigt. Ein Vollzeitjob für die Gerätewarte, die diese Arbeit allerdings, wie alle Angehörigen der Gemeindewehr, ehrenamtlich ausführen. Diese Arbeit erfordert daher die Mithilfe vieler Feuerwehrmitglieder.

Da bei diesem Hochwasserereignis aber nicht nur reines Wasser abgepumpt wurde, sondern sich auch Heizöl, Farben und Chemikalien im Wasser befanden – diese Stoffe stammen aus den durch das Hochwasser beschädigten Kellern der Anwohner und Lagerräumen von Firmen – mussten Schläuche, Pumpen und sonstige kontaminierte Materialien besonders gründlich gereinigt oder zum Teil auch außer Betrieb genommen und durch Ersatzbeschaffung ersetzt werden.

Insgesamt mussten hunderte Schläuche einzeln auf Dichtigkeit geprüft, gereinigt, getrocknet, aufgerollt und wieder an die Löschbezirke ausgegeben werden. Diese aufwändige Arbeit begann bereits während des Einsatzes an Pfingsten.

Die eingesetzten Pumpen, die in verschiedenen Kellern auf Hochtouren liefen, haben nicht alle den Einsatz unbeschadet überstanden. So wurde beispielsweise aus einer Pumpe ein Turnschuh herausgezogen, der von der Pumpe angesaugt und bis ins Innere gelangt war. Diese Geräte müssen gründlich gewartet und repariert werden; einige müssen aufgrund irreparabler Schäden sogar ersetzt werden.


Jugendflamme Stufe 1 verliehen

Grund zur Freude hatten am Sonntag, den 16.06.24 insgesamt 15 Mädchen und Jungen aus drei Löschbezirken der Jugendfeuerwehr der Gemeinde Kleinblittersdorf. Die Jugendflamme Stufe 1 wurde abgenommen.

Die Jugendflamme ist ein Ausbildungsnachweis in Form eines Abzeichens für die Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Die Prüfung zur Stufe 1 kann ab einem Alter von 10 Jahren durchgeführt werden. Die von der Deutschen Jugendfeuerwehr bundeseinheitlich vorgegebenen Rahmenbedingungen können von den Landesfeuerwehrverbänden variiert werden. So kann eine Aufgabe aus einem sportlichen, kreativen, sozialen oder ökologischen Bereich bestehen. Da sich in diesem Jahre alle Jugendfeuerwehren der Gemeinde an der Aktion Tannenbaum beteiligt haben, war diese Aufgabe bereits im Vorfeld abgearbeitet.

Nach einem kurzen Antreten und Begrüßungsworten durch den StV. Gemeindejugendbeauftragten Matthias Kehl, galt es für die Jugendlichen fünf Stationen zu durchlaufen:

  • Absetzen eines Notrufes
  • Funktionsweise eines Verteilers erklären
  • Erklärung eines Hydrantenschildes
  • Anfertigung von Stichen und Knoten
  • Auswerfen, Kuppeln und Rollen eines C-Schlauches

Nachdem alle Prüfungen erfolgreich abgelegt waren, durften sich alle Jugendlichen über das Bestehen der Jugendflamme Stufe 1 freuen.

Der Wehrführer Michael Becker sprach sein Lob und seinen Dank an die Jugendlichen aus. Er motivierte sie, genau so engagiert weiterzumachen, um in sechs Jahren in die Aktive Wehr übernommen werden zu können.

Auch der Bürgermeister und Chef der Wehr, Rainer Lang, beglückwünschte die Jugendlichen und überreichte die Urkunden und Anstecknadeln an die sichtlich stolzen Teilnehmer.

Vielen Dank an die Jugendbetreuer und an die Organisatoren des LB Rilchingen-Hanweiler.

Text und Fotos:
Melanie Faas, Gemeindejugendbetreuerin

Unser Rückblick auf das Pfingstwochenende

Es liegen vier ereignisreiche und anstrengende Tage hinter uns und die beste Nachricht vorab: es wurde nach unserer Kenntnis nur eine Person leicht verletzt.

Zunächst möchten wir uns bei allen bedanken, die geholfen haben, die Situation der Betroffenen direkt oder indirekt zu verbessern. Sei es, dass sie vor Ort den Betroffenen direkt oder der Feuerwehr geholfen haben, oder im Hintergrund tätig waren. So bekamen Gemeinde und Feuerwehr Fahrzeuge, Bagger usw. angeboten, Einkaufsmärkte, die extra öffneten, um Einsatzkräfte und Betroffenen zu versorgen, oder es wurden einfach Räumlichkeiten und Personal zur Verfügung gestellt.

Es fanden sich an allen Tagen Lieferanten von fertigen Speisen für Einsatzkräfte, Helfer und Betroffene. Teilweise wurde Verpflegung von wegen des Unwetters abgesagten Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Firmen arbeiteten außerplanmäßig am Samstag bzw. Sonntag und Feiertag. Es sind hier nur einige Beispiele. Wir verzichten darauf, Beteiligte zu nennen, denn die Liste kann nur unvollständig sein. Vieles ging an der Technischen Einsatzleitung vorbei und geschah spontan. Hier ein kleines Beispiel: Ein Kunde eines Einkaufsmarktes übernahm die Rechnung der Wehrleute, obwohl diese darauf hinwiesen, dass die Rechnung durch die Gemeinde bezahlt werde.

Unser Dank gilt auch den Einsatzkräften, die von außerhalb zu uns kamen wie der Einsatzzug 3 „Sulzbachtal“, dem DRK Quierschied und dem THW, das Kräfte aus Bayern schickte.

Deshalb einfach:

Hier ein (unvollständiger) Rückblick auf die Ereignisse. Er soll nur einen groben Überblick mit einzelnen Besonderheiten geben. Es kann auch sein, dass der zeitliche Ablauf nicht immer ganz korrekt ist. Zu bestimmten Aspekten, wie z.B. dem Einsatz des Technischen Hilfswerks des Bundes (THW) werden wir noch gesondert berichten.

Es waren starke Regenfälle für Freitag den 17. Mai vorhergesagt. Der Bauhof der Gemeinde hatte schon Vorkehrungen getroffen. Kurz vor 7.00 Uhr kam dann der erste Alarm für die Freiwillige Feuerwehr Kleinblittersdorf, Löschbezirk (LB) Kleinblittersdorf. Betroffen war wieder ein als kritisch bekannter Punkt, die Scherbachstraße. Zeitgleich stand auch auf der B51 zwischen Auersmacher und Kleinblittersdorf schon Wasser. Das Wasser aus der Scherbachstraße lief bereits bis in die Oberdorfstraße und brachte Geröll mit. Schnell waren mobile Hochwasserschutzwände in Stellung gebracht. Mit diesen soll das Oberflächenwasser, das nicht durch Einlaufbauwerken seinen Weg in den Kanal findet, in den Kanal geleitet werden.

Dann kamen weitere Einsätze dazu. Auch im Rest des Regionalverbandes hatten die Einsätze begonnen. Alle Löschbezirke der Gemeinde wurden alarmiert und besetzten die Fahrzeuge, soweit sie noch nicht im Einsatz waren. Es wurden, um die Leitstelle der Feuerwehren zu entlasten und vor Ort besser koordinieren zu können, in den einzelnen Gemeinden sogenannte Technische Einsatzleitungen (TEL) in Betrieb genommen. Das heißt, bei „normalen“ Einsätzen leitet die Leitstelle diese an die zuständige TEL weiter. Sie werden dort gesammelt und nach Dringlichkeit und Verfügbarkeit abgearbeitet. In der TEL werden auch auf anderem Weg Einsätze angenommen, etwa solche, die über das extra eingerichtete Bürgertelefon der Gemeinde gemeldet werden.

Nur Einsätze mit lebendbedrohlichen Lagen sollten weiter über die Leitstelle mit der Notrufnummer 112 gemeldet werden. In solchen Fällen wurden dann – wegen der Dringlichkeit – die Funkmelder ausgelöst. Ansonsten fragten die Einsatzkräfte nach Erledigung eines Einsatzes, ob ein weiterer ansteht und begaben sich dann entweder zur neuen Einsatzstelle oder in das Feuerwehrhaus, wo sie in Bereitschaft blieben.

Wegen möglicher Notfälle wurden auch nicht alle Fahrzeuge eingesetzt, bestimmte Grundschutzeinheiten blieben mit Besatzung einsatzbereit in den Feuerwehrhäusern, um eilige Einsätze wie z.B. Brände oder Verkehrsunfälle zu übernehmen. Es dauerte natürlich eine gewisse Zeit, bis das alles umgesetzt war.

Zweiter Sorgenpunkt war zu diesem Zeitpunkt Bliesransbach.

Mitarbeiter des Bauhofes beobachten seit dem Vortag permanent die Lage und waren mit einem Bagger vor Ort. Das Regenrückhaltebecken funktionierte und hielt. Es kam aber an anderer Stelle zu einem überfluteten Keller. Als der Regen nachließ, gingen die Kräfte vor Ort davon aus, dass der Einsatz für die Feuerwehr locker an diesem Tag beendet werden konnte.

Wir hatten durch den Starkregen insgesamt 16 Einsätze. Darin sind auch Erkundungen, Herstellung der Einsatzbereitschaft u. Ä. enthalten. Doch dann kam die Nachricht, dass die Blies und die Saar über die Ufer treten werden.

Unsere Gemeinde liegt an der Mündung der Blies in die Saar. Und hier gibt es die (hydrologische) Besonderheit, dass die Blies als Nebenfluss bei der Mündung im Normalfall schon mehr Wasser führt als die Saar. Bei Hochwasser hat man mit anderen Problemen zu tun als bei Starkregen.

Da die Einsätze soweit abgearbeitet waren wurde das Personal am Abend zurückgefahren, die TEL war aber besetzt und in einzelnen Feuerwehrhäusern waren die ganze Nacht durch Einsatzkräfte in Bereitschaft, um kleinere Aufgaben abzuarbeiten. Ansonsten würde Personal nachgeordert. Aber die Nacht war ruhig. Wir mussten unsere Kräfte schonen, da am Freitag quasi das ganze Saarland im Einsatz war und Hilfe von außen nicht schnell zu erwarten war.

In der Nacht zum Samstag ging es dann weiter. Die B51 und die Ortsdurchfahrt Kleinblittersdorf waren überflutet und nicht mehr befahrbar. Das erschwerte die Logistik sehr. Um von dem neuen Einsatzschwerpunkt in Kleinblittersdorf nach Auersmacher oder an den Einsatzschwerpunkt in Rilchingen-Hanweiler zu gelangen, war ein Umweg von rd. zehn Kilometern über Bliesransbach und Sitterswald notwendig.  Wichtig war nun die Vorbereitung auf das neue Schadensereignis Hochwasser. Das Letzte war schon einige Jahre her und viele jüngere Wehrleute hatten damit noch keine praktische Erfahrung. Aber die kritischen Punkte haben sich kaum geändert und waren den Älteren bekannt.

Dann sagte sich kurzfristig der Bundeskanzler Olaf Scholz mit der Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und weiteren Politikern an. Es war ein großer Medienrummel, als der Kanzler die Einsatzstelle Elsässer Straße, die teilweise unter Wasser stand und anschließend das Feuerwehrhaus Kleinblittersdorf besuchte.

Samstags Nachmittag kehrte etwas Ruhe ein. Die Hochwasserwelle der Blies, die aus Blieskastel kam, stand noch aus. Um Kräfte zu schonen, pausierte ein Teil der Einsatzkräfte. Am Abend erreicht die „Blieswelle“ das benachbarte Bliesmengen-Bolchen. In der Nacht kamen erste Meldungen von überfluteten Kellern. Normalerweise macht es keinen Sinn, Keller auszupumpen, so lange das Hochwasser noch im Bereich des Gebäudes steht. Es würde immer neues Wasser nachlaufen und es kann auch für die Gebäudesubstanz schädlich sein. Deshalb wurde jedes gemeldete Objekt erkundet und entschieden, ob gepumpt werden kann oder nicht. Es wurde auch geholfen, Gefriertruhen oder ähnliches in höhere Stockwerke zu bringen.

Bei rund 20 Häuser mit 70 Bewohnern in der Elsässer Straße in Kleinblittersdorf musste in der Nacht der Strom abgeschaltet werden.

Viele Bewohner konnten die Gebäude nicht mehr verlassen, da sie von Wasser umgeben waren. Das Wasser war so gestiegen, dass auch an der Stelle, an der am Vortag der Bundeskanzler der Presse Rede und Antwort stand, nun Wasser war. Eine akute Gefährdung bestand aber nicht.

Deshalb wurde den Bewohnern angeboten, in Notunterkünften untergebracht zu werden, falls dies nicht anderweitig möglich wäre. Zunächst nahm kaum jemand das Angebot an, aber später wollten einige dann doch „evakuiert“ werden. Für die Verbleibenden wurde ein Bootsverkehr eingerichtet, um sie „an Land“ und zurück zu bringen oder zu versorgen. Da auch älterer Menschen betroffen waren, wurde vorsorglich ein Krankentransportwagen angefordert. Es kamen zwei Einsatzkräfte vom DRK Quierschied, die uns dann Sonntag und Montag zur Verfügung standen.

Da sich die Lage in großen Teilen des Regionalverbandes entspannt hatte, kam einer der Einsatzzüge der Feuerwehren aus dem Regionalverband zur Unterstützung. Es handelte sich um den Einsatzzug 3 „Sulzbachtal “, der sich aus Kräften aus Sulzbach, Friedrichsthal und Quierschied zusammensetzt.

Abends, als der Bootsverkehr gegen 18.00 Uhr eingestellt wurde, begann der Wasserspiegel allmählich zu sinken. Man hatte zwischenzeitlich Feldbetten organisiert und die Bereitschaftskräfte konnten sich in den Feuerwehrhäusern hinlegen.

Am Sonntag kamen erste Warnungen vor erneutem Starkregen am Dienstag. Das änderte an der aktuellen Lage nichts, aber es liefen schon Planungen für den Fall der Fälle an. Als Problem wurde auch die Personalsituation gesehen.

Wir waren bereits den dritten Tag im Einsatz und der vierte stand bevor. Drei Tage waren Samstag, Sonntag und Pfingstmontag. Viele Kräfte standen zur Verfügung. Der Dienstag war aber ein „normaler“ Arbeitstag, an dem viele zur Arbeit gehen würden.

In einer relativ ruhigen Nacht ist das Wasser so weit gesunken, dass wir mit dem Auspumpen der Keller und den Aufräumarbeiten beginnen konnten.

Nach und nach meldeten sich die Einheiten dienstbereit. Sie übernahmen die ihnen zugewiesenen Aufgaben in Kleinblittersdorf und Hanweiler. Einige Keller wurden leergepumpt, einige Anwohner hatten auch eigene Pumpen. Viele hatten Hilfe durch Freunde und Verwandte.

Die größte Einsatzstelle befand sich in der Elsässer Straße. Dort ist eine Bodensenke, aus der das Wasser nicht alleine ablaufen kann. Da das Wasser in der ganzen Elsässer Straße über den Kanal abgeleitet werden musste, wurden die Pumpen nach und nach in Betrieb genommen. Es musste sichergestellt sein, dass das Wasser auch abläuft, da ansonsten die benachbarten Keller wieder geflutet werden könnten. Es wurden zwei große, nicht feuerwehrübliche, Tauchpumpen eingesetzt. Diese waren für „normale“ Keller zu groß. Nach und nach wurden weitere frei gewordene Pumpen hinzugefügt. In der Spitze wurden so pro Minute ca. 12.000 Liter Wasser abgepumpt. Zum Vergleich: In einen Sattelschlepper mit Tankaufleger passen ca. 33.000 Liter.

Trotzdem sank der Wasserspiegel sehr langsam. Deshalb entschloss man sich, das Technische Hilfswerk des Bundes (THW), anzufordern. Nach einiger Wartezeit kam dann, während einer der regelmäßigen Besprechungen zw. Verwaltung, Bauhof und Feuerwehr, die Nachricht: Gleich kommt das THW. Sie benötigen für ca. 60 Kräfte eine Halle mit Duschen und Toiletten zur Übernachtung. Nach Rückfragen erfuhren wir, dass Feldbetten mitgeführt würden und die Verpflegung gesichert ist. So wurde dann die Spiel- und Sporthalle Kleinblittersdorf vorbereitet.

Der Fachzug Wasserschaden/Pumpen aus der Umgebung von Würzburg war zuvor in Walpershofen tätig. Im Nu waren die großen Pumpen in Stellung gebracht und man sah, wie der Wasserspiegel abnahm. Die Pumparbeiten dauerten bis ca. 20.00 Uhr.

Während der Pumparbeiten rückten die Kräfte der Feuerwehr ab und begangen damit, die Fahrzeuge wieder einsatzbereit zu machen. Da für den nächsten Tag wieder Starkregen angesagt war, hatte die Gemeinde Einsatzbereitschaft angeordnet. Viele Wehrleute gingen, statt zur Arbeit, in Bereitschaft. Diese wurde dazu genutzt, auch die restliche Ausrüstung wieder einsatzbereit zu machen, die Fahrzeuge zu reinigen und die Feuerwehrhäuser wieder in Ordnung zu bringen. Der Regen war dann nicht so stark, sodass es keine wetterbedingten Einsätze gab.

Insgesamt gab es an den vier Tagen rund 120 Einsätze für die Feuerwehr Kleinblittersdorf und die weiteren Kräfte. Es fanden regelmäßig Besprechungen mit Bürgermeister, Ortsvorsteher, Verwaltung, Bauhof und Feuerwehr statt, in denen man sich austauschte und die Lage besprach. Es wurden Maßnahmen festgelegt, Aufgaben verteilt und vieles mehr. Die Zusammenarbeit klappte sehr gut und vieles konnte auf dem „kleinen Dienstweg“ geregelt wurden. Man arbeitete Hand in Hand zum Wohle der Bewohner der Gemeinde Kleinblittersdorf.

Das Medieninteresse war enorm, obwohl das Einsatzgeschehen überschaubar war, aber durch das anschließende Hochwasser der Saar waren wir vier Tage am Stück im Einsatz. Viele andere Feuerwehren konnten ihren Einsatz schon nach ein oder zwei Tagen beenden.

Mit vereinten Kräften und dank des unermüdlichen Einsatzes vieler Helferinnen und Helfer konnten wir gemeinsam diese Herausforderung meistern. Es hat sich gezeigt, dass die von der Gemeinde seit dem letzten Starkregenereignis 2018 getroffenen Maßnahmen wirken. Neben vielen anderen Maßnahmen wurden u. a. die Einlaufbauwerke am Tiefenbach, Schellbach und Scherbach erneuert und das Regenrückhaltebecken in Bliesransbach ertüchtigt. Aktuell stehen lt. Information der Verwaltung für weitere Maßnahmen insgesamt rd. 1.200.000 € bereit, die nach Abstimmung mit dem zuständigen Landesamt umgesetzt werden sollen, um noch besser auf solche Naturereignisse vorbereitet zu sein. Allerdings hat uns das Unwetter an Pfingsten wieder gezeigt, dass selbst die gründlichste Vorbereitung bei extremen Wetterereignissen nicht immer ausreicht.

Jahreshauptübung der Gemeindejugendfeuerwehr

Eines der Highlights der Jugendfeuerwehren der Gemeinde Kleinblittersdorf ist die gemeinsame Jahreshauptübung. So traten am 27.04.2024 insgesamt 54 Kinder und Jugendliche vor dem Gerätehaus des Löschbezirk (LB) Mitte in Auersmacher an. Es erfolgte die offizielle Meldung an den Wehrführer Michael Becker und den Chef der Wehr, Bürgermeister Rainer Lang durch die Gemeindejugendbetreuerin Melanie Faas.

Anschließend begaben sich die Teilnehmer zu ihren Fahrzeugen und fuhren die zugewiesenen Bereitstellungsräume an. Nachdem um 16:00 Uhr die Sirenen ertönt waren, wurden die Einheiten per Funk zur Einsatzstelle beordert. Mit Blaulicht und Martinshorn rückten die Fahrzeuge rund um den Einsatzort, die Mehrzweckhalle und den Schützenverein in Sitterswald, an. Angenommene Lage war eine Explosion im Schützenhaus, die bei Bauarbeiten ausgelöst wurde. Weiterhin hat sich dadurch in beiden Gebäuden ein Brand entwickelt und es wurden mehrere Personen vermisst. Im Außenbereich wurde durch die Explosion ein Chemikalientank beschädigt, aus dem eine unbekannte Flüssigkeit austrat.

Nach einer kurzen Einweisung und Aufgabenzuteilung vor Ort durch den Einsatzleiter, zeigten alle was sie in den Übungen gelernt haben:

  • zur Brandbekämpfung wurden im Außenangriff sechs Rohre vorgenommen
  • drei Trupps gingen unter Atemschutzgeräteattrappen zur Brandbekämpfung und Menschenrettung in das Gebäude
  • zur Riegelstellung wurden zwei Rohre vorgenommen
  • zur Absicherung der auslaufenden Chemikalien wurde ein Schaumangriff mit Übungsschaum aufgebaut
  • mehrere B-Leitungen wurden zur Wasserversorgung verlegt und
  • die Einsatzstelle wurde aufgrund des fließenden Verkehrs mit Hilfe der aktiven Kameraden abgesichert.

Auch bei dieser Übung zeigten die 8-16 jährigen Kinder ihr Können und arbeiteten ruhig, konzentriert und selbstständig. Alle vermissten Personen wurden schnell gefunden und konnten an die Rettungswagen-Besatzung des Malteser Hilfsdienstes übergeben werden.

Bei dieser Übung kam das erste Mal der Übungsschaum zum Einsatz, was problemlos verlaufen ist und die auslaufende Flüssigkeit konnte schnell gebunden und aufgefangen werden.

Nach Übungsende wurde gemeinsam abgebaut und das Material wieder auf den Einsatzfahrzeugen verladen. Wieder einmal war die Hilfe zwischen Groß und Klein sehr schön zu beobachten. Wie sehr die Arbeit der Jugendfeuerwehren wertgeschätzt wird, zeigte sich anhand der vielen Zuschauer und Vertretern aus der Politik. Neben den Eltern waren auch mehrere Ortsvorsteher und der Chef der Wehr, Bürgermeister Rainer Lang, anwesend.

In einer abschließenden Übungsbesprechung sprach Wehrführer Michael Becker ein großes Lob an alle Übungsteilnehmer aus. Er betonte die ruhige und ordentliche Durchführung der Übung sowie die gute Ausbildung durch die Jugendwarte. Auch Rainer Lang ließ es sich nicht nehmen, sein Lob und Anerkennung auszusprechen. Weiterhin hob er das ganzjährige Engagement der Kinder und Jugendlichen hervor und teilte ihnen so seinen Stolz mit.

Abschließend gab es für alle zur Stärkung Grillwürste, hierfür vielen Dank an die Kameraden des LB Mitte.

Vielen Dank auch Lukas Grewer für die Ausarbeitung einer sehr guten und anspruchsvollen Übung.

Weiterhin möchten wir uns auch bei den Kollegen des Malteser Hilfsdienstes aus Saarbrücken für die sehr gute Zusammenarbeit bedanken.

Zu guter Letzt geht unser Dank auch an die Gemeinde Kleinblittersdorf, die uns das Übungsobjekt zur Verfügung gestellt hat. Nur hierdurch kann eine Großübung wie diese auch stattfinden.

Wir sind die Jugend von heute. Und die Retter von morgen

Ihre Jugendfeuerwehr der Gemeinde Kleinblittersdorf

Melanie Faas, Gemeindejugendbetreuerin

P.S: Auch Jonas, der erst vor kurzem aus der Jugendwehr in die Aktive Wehr übernommen wurde (wir berichteten) konnte schon an der Übung teilnehmen.

Vom Löschdrachen zum Jugendfeuerwehrler

Am Donnerstag war es soweit. Der erste Löschdrache trat offiziell in die Jugendfeuerwehr über.

Jonas war ein Löschdrache der ersten Stunde. Jetzt, mit seinem 8. Geburtstag, hat er sich entschieden in die Jugendfeuerwehr des LB 3 (Kleinblittersdorf) zu wechseln. Als Löschdrache stieg er in das Feuerwehrfahrzeug ein, bekam darin seine neue Uniform und stieg dann als aktives Mitglied der Jugendfeuerwehr wieder aus. Auf der „neuen“ Seite begrüßten ihn seine Kameradinnen und Kameraden des LB 3, unter der Leitung von Sascha Macke, mit Applaus und nahmen ihn direkt in ihre Reihen auf.

Die Löschdrachen wünschen Jonas und allen die noch folgen werden, gutes Gelingen und viel Spaß in der neuen Truppe!

Für Ihre Sicherheit

Franziska Fiack

Leiterin Löschdrachen

Die Löschdrachen in Kleinblittersdorf

In der letzten Übung besuchten die Löschdrachen den Löschbezirk 3 in Kleinblittersdorf.

Sascha Macke erklärte den Kindern zwischen 6 und 8 Jahren Verschiedenes rund um die Technische Hilfe. Schwerpunkt war die Rettung einer Personen mit Hilfe von Hebekissen. Worauf muss man achten? Wie funktioniert so ein Gerät? Und viele weitere Fragen konnten in der Übung geklärt werden. Als Highlight durfte jedes der Kinder einmal selbst die Hebekissen bedienen und eine verschüttete Puppe retten.

Die Löschdrachen der Gemeinde Kleinblittersdorf bedanken sich herzlich beim LB 3 und Sascha Macke für die gelungene Übung.

Für Ihre Sicherheit

Franziska Fiack

Leiterin der Löschdrachen

N A C H R U F

Am 04. April 2024 verstarb im Alter von 83 Jahren

Herr Gerd Karmann

Der Verstorbene trat am 08.01.1958 in die Freiwillige Feuerwehr ein und gehörte ihr bis zu seinem Tod an.

In der Zeit von Mai 1983 bis August 1991 bekleidete er das Amt des Löschbezirksführers des Löschbezirks Auersmacher. Im August 1991 wurde er zum Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Kleinblittersdorf gewählt. Dieses Amt übte er bis zu seinem Übertritt in die Altersabteilung im November 2000 aus.

Den Feuerwehrdienst und die ihm übertragenen Führungsfunktionen hat Gerd Karmann stets pflichtbewusst, mit großem Engagement und persönlichem Einsatz zum Wohle der Allgemeinheit verrichtet. Hierfür wurden ihm in der Zeit zwischen 1993 und 2010 zahlreiche Ehrungen zuteil. Er erhielt unter anderem das Feuerwehrehrenzeichen in Gold sowie das Feuerwehrehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes für 50-jährige Zugehörigkeit zur Feuerwehr. Besonders hervorzuheben ist die Verleihung des Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuzes in Gold für seine besonderen Verdienste um das Feuerwehrwesen. In Anerkennung seiner Feuerwehrtätigkeit wurde er im November 2000 zum Ehrenwehrführer der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Kleinblittersdorf ernannt.

Seine Offenheit, Geradlinigkeit und Willensstärke charakterisierten seine Arbeit als Wehrführer. In der Feuerwehr war er eine Respektperson, aber genauso ein Kamerad und Freund auf Augenhöhe.

Wir werden Gerd Karmann in ehrender Erinnerung behalten.

Der Bürgermeister

als Chef der Wehr                                              Der Wehrführer

Rainer Lang                                                        Michael Becker

Mehr als nur Pflaster kleben

Die Löschdrachen der Gemeinde Kleinblittersdorf können mehr, als nur ein Pflaster kleben. In der letzten Übung lernten sie, wie wichtig es ist füreinander da zu sein, zu trösten und zu helfen, wenn jemand in Not ist. Unter Anleitung von Silvia Hector übten die Kinder anhand von lebensnahen Beispielen, wie zum Beispiel ein Sturz auf dem Schulhof, alles rund um die Erste Hilfe.

Nicht nur die Telefonnummer 112 sollte jeder kennen und wie er sich bei einem Notruf zu verhalten hat, auch die stabile Seitenlage kann einem Menschen das Leben retten.

Helfen statt Fotos machen ist die Devise, nach der wir handeln sollten. Die Löschdrachen wissen wie es geht.

Am 17.04.24 um 20 Uhr findet im Gerätehaus in Auersmacher ein Elternabend statt. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen die Idee hinter den Löschdrachen kennenzulernen. Es gibt noch einzelne Plätze für Neuaufnahmen für Kinder ab 6 Jahren aus der Gemeinde Kleinblittersdorf.


Nachtübung der Gemeindejugendfeuerwehr

„Übernehmen Sie Lagerhallenbrand mit Menschenrettung bei der Firma Resista Elektrotechnik im Industriegebiet in Kleinblittersdorf, 3 vermisste Personen.“

So lautete der Funkspruch, der am 16.03.24 in den Fahrzeugen, nach der Sirenenalarmierung gegen 18 Uhr, zu hören war.

48 Kinder und Jugendliche wurden mit Blaulicht und Martinshorn zur Einsatzstelle gebracht. Nach einer kurzen Einweisung vor Ort durch den Einsatzleiter zeigten alle was sie in ihren Übungen gelernt haben:

  • zur Brandbekämpfung wurden fünf Rohre vorgenommen;
  • zwei Trupps betraten voll ausgerüstet inkl. Atemschutzattrappen das Gebäude zur Menschenrettung;
  • zwei Rohre wurden zur Riegelstellung vorgenommen;
  • zur Wasserversorgung wurden mehrere B-Leitungen verlegt und
  • eine mobile Pumpe zur Wasserförderung eingesetzt.

Die 8–16-Jährigen arbeiteten sehr konzentriert, ruhig und selbstständig.

Alle vermissten Personen wurden schnell gefunden und nach draußen gebracht. Nachdem das Feuer gelöscht war, wurde gemeinsam abgebaut und das Material zurück in die Fahrzeuge verladen. Hierbei war sehr schön zu beobachten, wie die größeren den kleineren helfen und Tipps geben.

Anschließend fand im Gerätehaus in Kleinblittersdorf eine gemeinsame Übungsbesprechung statt. Hierbei gab es unter anderen viel Lob von dem Wehrführer Michael Becker. Er betonte die saubere und ordentliche Arbeit der Jugendfeuerwehr ebenso wie die gute Ausbildung durch die Jugendwarte.

Abschließend gab es für alle zur Stärkung Wiener mit Nudelsalat.

Vielen Dank dem LB Kleinblittersdorf für die Ausrichtung und Verpflegung.

Organisiert wurde die Übung federführend von dem Kleinblittersdorfer Jugendwart Sascha Macke.

Ich bedanke mich bei der Firma Resista Elektrotechnik für das Vertrauen und die Zurverfügungstellung des Übungsobjektes.

Wir sind die Jugend von heute. Und die Retter von morgen

Ihre Jugendfeuerwehr der Gemeinde Kleinblittersdorf

Autor: Melanie Faas

Führungskräftetagung der Feuerwehr

Führungskräftetagung der Feuerwehr

Bei Bränden sind zwei Organisationen mit Sicherheitsaufgaben fast immer vertreten: Die Polizei und die Feuerwehr. In der diesjährigen Führungskräftetagung der Feuerwehr Kleinblittersdorf im Feuerwehrhaus Mitte ging es speziell um den Bereich Brandermittlungen durch die Polizei.

Referent war Kriminalhauptkommissar Thomas Tomczyk, stellvertretender Dezernatsleiter des Dezernats Brandermittlungen/Umweltkriminalität beim Landeskriminalamt des Saarlandes. Tomczyk ist, wie viele seiner Dezernatskollegen, selbst Mitglied in einer Freiwilligen Feuerwehr.

Die Hauptaufgabe der Feuerwehr bei Bränden ist es, Menschen und Tiere zu retten und Sachwerte zu schützen. Die Feuerwehrleute haben in der Regel keine Ausbildung um eine Brandursache oder Schadenshöhe zu ermitteln. Die erste Aufgabe der Polizei besteht in der Unterstützung der Feuerwehr durch Ausübung der hoheitlichen Gewalt, wenn es z.B. um Beispiel um die Sperrung von Straßen, Zutritt zu Privateigentum oder Räumung von Wohnungen oder Gebäuden geht.

Zusätzlich obliegt es der Polizei die Brandursache zu ermitteln. Dabei geht es u.a. darum, ob strafrechtliche Aspekte wie Brandstiftung oder fahrlässige Brandstiftung vorliegen. Bei solchen Taten kann es sich um Straftaten handeln. Die Polizei wird hier von Amts wegen tätig. Bei Bränden haben Feuerwehr und Polizei teils gegensätzliche Interessen. Für die Polizei ist es wichtig, den Brandraum möglichst unverändert vorzufinden. Dabei geht es um Spurensuche und Rekonstruktion des Brandherganges. Die Feuerwehr muss ihre primären Aufgaben erfüllen und möchte möglichst viel Brandgut entfernen, um ein wiederaufflammen zu verhindern und alle Glutnester zuverlässig abzulöschen. Tomczyk ging in seinem kurzweiligen Vortrag auf die Belange beider Seiten ein und gab Handlungsempfehlungen, die beiden Seiten gerecht werden. Er wies nochmals darauf hin, dass die Feuerwehr keine Angaben zu Schadensursache oder -höhe machen soll.

Wehrführer Michael Becker bedankte sich Thomas Tomczyk für seinen gelungenen Vortrag.

Übrigens: auch bei Fehlalarmen ermittelt die Polizei von Amtswegen, da es sich bei einem absichtlichen oder wissentlichen falschen Notruf um eine Straftat handelt. Diese kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft werden.

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