Gemeindewehr

Lehrgang mit Hindernissen

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Jeder Einsatz ist eine neue Herausforderung für die Feuerwehr. Die Corona-Krise stellt nun eine Herausforderung auf einem ungewohnten Terrain dar.

Zwischen Mitte März und Ende Mai durfte der Übungsbetrieb nur für Spezialkräfte, wie z.B. Drehleitermaschinisten, unter höchsten Auflagen stattfinden. Der restliche Übungs- und Lehrgangsbetrieb war untersagt. Betroffen waren Lehrgänge auf Gemeinde- und Regionalverbandsebene. Selbst die Landesfeuerwehrschule des Saarlandes musste alle Lehrgänge absagen.

In unserer Gemeinde war der Lehrgang „Truppmann Teil 1“ betroffen. Er stellt die feuerwehrtechnische Grundausbildung dar und ist die Voraussetzung, um an Einstätzen teilnehmen zu dürfen. Der Lehrgang hatte Anfang des Jahres begonnen und wurde durch die Pandemie unterbrochen. An diesem 17 Teilnehmer umfassenden Lehrgang nahmen 5 Quereinsteiger teil, darunter eine Frau. Quereinsteiger nennen wir Feuerwehrleute, die nicht in der Jugendfeuerwehr waren. Gerade bei der Gefahr, dass durch Infektion oder Quarantäne mit massivem Ausfall von Kräften gerechnet werden muss, kommt es auf jeden ausgebildeten Feuerwehrangehörigen an.

So suchten der Fachbereich Ausbildung mit Tobias Dahlem und Dominik Gummel und der Wehrführer Peter Dausend, als es sich abzeichnete, dass der Lockdown länger dauert, nach einer Lösung. Ziel war es, den Lehrgang unter Beachtung der jeweiligen Lockerungen zügig zum Abschluss zu bringen. So wurde zunächst der restliche theoretische Teil über das Internet unterrichtet. Es war für alle eine Herausforderung. Zunächst mussten die technischen Voraussetzungen in Form eines digitalen Seminarraumes geschaffen werden. Die ehrenamtlichen Dozenten unserer Feuerwehr mussten sich mit den Funktionen des Seminarraums vertraut machen und ihren Unterrichtsstoff internetgerecht aufbereiten und vortragen. Auch für einige Teilnehmer war es das erste „Webinar“. Es galt mit technischen Problemen und Problemchen sowohl auf Seiten der Dozenten als auch der Teilnehmer zurecht zu kommen.

Sobald die Bedingungen, unter denen praktische Übungen stattfinden konnten, bekannt waren, begann nun die Planung des praktischen Teils. Der Lehrgang wurde in mehrere feste Gruppen aufgeteilt. Dabei ist darauf geachtet worden, dass alle Angehörigen eines Löschbezirkes in eine Gruppe kamen. Jede Gruppe übte an einem anderen Ort. Es galt eine Durchmischung zu verhindern. Die Teilnehmer des Lehrgangs waren für den regulären Übungsbetrieb gesperrt. Durch die Aufteilung waren mehr Ausbilder nötig und auch die Verpflegung war viel aufwendiger zu organisieren.

Doch trotz aller Widrigkeiten ist es gelungen, den Lehrgang zum Abschluss zu bringen. Alle arbeiteten Hand in Hand, wie es bei den Rettungskräften üblich ist: Die Organisatoren, die Ausbildenden, die Helfer im Hintergrund und natürlich die Teilnehmer.

Am Ende haben alle 17 Teilnehmer ihre Prüfung bestanden und können nun in den Einsatzdienst in den Löschbezirken eingebunden werden. Dort werden sie dann gemeinsam mit einem erfahrenen Feuerwehrangehörigen als Trupp eingesetzt.

Wehrführer Peter Dausend bedankte sich bei allen, die zum Gelingen des Lehrgangs unter diesen schwierigen Bedingungen beigetragen haben.

Foto:Markus Dincher
Foto:Tobias Dahlem
Gemeindewehr

14 neue Sprechfunker im Regionalverband Saarbrücken

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Bei der Feuerwehr Kleinblittersdorf fand am 16. und 30. März im Gerätehaus des neuen Löschbezirkes Mitte ein Sprechfunker-Lehrgang auf Regionalverbandsebene statt.

Hier wurden 14 Feuerwehrangehörige von den Feuerwehren aus Heusweiler, Riegelsberg, Saarbrücken und Kleinblittersdorf ausgebildet und absolvierten eine schriftliche sowie eine praktische Prüfung.

Der Funk, den die Feuerwehren, wie auch Polizei und Rettungsdienst, nutzen gehört zum nichtöffentlichen Funk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Deshalb wird er auch kurz BOS-Funk genannt. Da der Funk nicht öffentlich ist, muss jeder Teilnehmer zur Verschwiegenheit verpflichtet werden und eine entsprechende Verpflichtungserklärung unterschreiben. Zuvor wurden sie u.a. auch über strafrechtliche Konsequenzen einer Nichteinhaltung der Verschwiegenheit belehrt.

Des weiteren wurde den Teilnehmern der Umgang mit dem BOS Funk erläutert.

Wie zum Beispiel: die Funkwellentechnik, Aufbau des Funknetzes, Betriebsarten, Umgang mit den Geräten, Funkdisziplin, Funkrufnamen sowie rechtliche Grundlagen.

Der Funklehrgang bei der Feuerwehr ist ein Bestandteil der Grundausbildung, den möglichst jeder Feuerwehrangehörige absolvieren muss. Denn der Funk in der Feuerwehr stellt im Einsatz einen sehr wichtigen und unverzichtbaren Bestandteil der Kommunikation dar. Die Kommunikation im BOS Funk ist daher in der heutigen Zeit für die Feuerwehr  nicht mehr wegzudenken. So ist beispielhaft der Angriffstrupp im Innenangriff bei einem Wohnungsbrand das Auge des Einsatzleiters und dieser weiß nur durch die Kommunikation mit seinem Trupp wie er weiter entscheiden muss. Darum ist dieser Sprechfunker-Lehrgang auch Grundvoraussetzung für einen Atemschutzlehrgang.

Um sich mit dem Funken vertraut zu machen, wurden am 1. Lehrgangstag nach dem theoretischen Teil morgens und am 2. Lehrgangstag nach der schriftlich absolvierten Prüfung mittags, praktische Funkübungen durchgeführt. Hierbei erlernen die Lehrgangsteilnehmer Einsätze über Funk abzuarbeiten. Dazu wurden alle in insgesamt 7 Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe übernahm hierbei die Leitstelle mit dem Funkrufnamen „Florian Schule“. Die anderen Gruppen wurden in „Florian Schule 1 bis 6“ eingeteilt.

Während die Teilnehmer am 1. Lehrgangstag die Funksprüche und Übungsszenarien noch von den Lehrgangsunterlagen ablesen konnten, wurde am 2. Lehrgangstag „frei“ gefunkt. Die Leitstelle erteilte Übungseinsätze bei denen dann die einzelnen Gruppen das gelernte in die Praxis umsetzen konnten.

Dazu wurde z.B. die Ausfahrt und Ankunft und auch komplizierte Lagemeldungen an „Florian Schule“ gemeldet.

Geleitet wurde der Lehrgang ehrenamtlich von Wolfgang Bauer und Tim Heckmann. Wolfgang Bauer, der Funksachbearbeiter der Feuerwehren im Regionalverband Saarbrücken, leitet diese Lehrgänge seit über 20 Jahren. Obwohl er kürzlich aus Altersgründen in die Alterswehr wechseln musste, wird er die Lehrgänge noch weiter leiten. Unterstützt wird er seit über 18 Jahren von Tim Heckmann, ein eingespieltes Team also.

Sehr erfreut können wir berichten, dass alle Lehrgangsteilnehmer das Lehrgangsziel erreicht haben und somit die Prüfung bestanden haben.

Der Kleinblittersdorfer Wehrführer Peter Dausend beglückwünschte die neuen Sprechfunker und teile die Urkunden aus.

Somit gibt es nun 14 neue Sprechfunker für die Feuerwehren im Regionalverband Saarbrücken

Bericht und Fotos:

Steve Mantzer, Feuerwehr Kleinblittersdorf