Gemeindeübergreifende Übung Technische Hilfeleistung

Die vorbeugenden und abwehrenden Maßnahmen gegen Brände, Brandgefahren (Brandschutz) und andere Gefahren (Technische Hilfe) sind Aufgaben der Kommunen. Die Feuerwehren sind gesetzlich verpflichtet, sich gegenseitig Hilfe zu leisten. Und so ist es üblich, dass Löschbezirke (LB) mit benachbarten Löschbezirken in anderen Gemeinden gemeinsame Übungen abhalten. Das ist zwischen den Löschbezirken Bliesmengen-Bolchen (Gemeinde Mandelbachtal) aus dem Saarpfalzkreis und Bliesransbach (Gemeinde Kleinblittersdorf) aus dem Regionalverband Saarbrücken schon lange gelebte Tradition.

Neu war dieses Jahr, dass bei der Übung am 21.04. erstmals auch der Löschbezirk Mitte aus Kleinblittersdorf teilnahm. Grund hierfür ist, dass der LB Mitte, wie der LB Bliesmengen-Bolchen schon länger, seit wenigen Jahren über eine umfangreiche Ausstattung zur Technischen Hilfeleistung verfügt, während im LB Bliesransbach nur eine Mindestausstattung vorhanden ist. In der Vergangenheit ist es schon vorgekommen, dass der LB Mitte bei der Abwesenheit des Bliesmengen-Bolchener Fahrzeuges vorübergehend in die Alarm- und Ausrückeordnung der Gemeinde Mandelbachtal eingebunden war.

Und so wurde nun eine gemeinsame Übung der drei LB´s in Bliesransbach durchgeführt. Schwerpunkt war das Stichwort „Verkehrsunfall“. In einer Stationsausbildung waren vier Szenarien aufgebaut. In der Technischen Hilfeleistung gibt es keine Standartlösung. Je nach Situation und z.B. Fahrzeug muss aus einer Reihe von Möglichkeiten die hier praktikabelste ausgewählt werden. Es konnten verschiedene Techniken geübt werden, und man konnte auch experimentieren, warum das Ein- oder Andere nicht geht.

Eine Station war für die „Neulinge“ reserviert. Hier wurde Grundlagen wie das Entglasen und der Umgang mit den Geräten wie Schere und Spreitzer geübt. An der zweiten Station wurde die Rettung von Personen über eine „Große Seitenöffnung“ geübt. Die dritte Station simulierte einen PKW in Seitenlage, in dem noch eine Person in den Sicherheitsgurten hängend, zu retten war. Die vierte Station simulierte durch einen Transporter auf Paletten einen LKW-Unfall. Die Simulation sollte die Probleme z.B. durch die Höhe des Fahrzeuges und die viel schweren Teile wie z.B. Türen verdeutlichen. Hier musste mit einer Rettungsplattform gearbeitet werden.

Für die ca. 50 Teilnehmer und Ausbilder gab es viel zu lernen. So gab es auch interessante Einblicke wie der jeweils andere LB bestimmte Probleme löst.

Wir bedanken uns bei Wolfgang Keßler vom Gut Hartungshof für die Zurverfügungstellung des Übungsgeländes.


Vorbereitung auf den Ernstfall

Einsätze der Feuerwehr werden im Allgemeinen durch die Bevölkerung wahrgenommen. Aber damit solche Einsätze erfolgreich abgearbeitet werden können sind, nicht nur Schulungen und Übungen notwendig. Ohne von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, werden Einsatzvorbereitungen durchgeführt. Das geht z.B. von der Zusammenstellung von Hydrantenplänen, Festlegung von Bereitstellungsplätzen für nachrückende Einheiten bis hin zur Planung der Löschwasserversorgung z.B. aus Flüssen oder Seen.

Wesentlicher Bestandteil von dieser Einsatzplanung ist auch das Erstellen von Einsatzplänen für bestimmte Objekte, sogenannte Objektpläne. Diese werden für Objekte mit besonderer Gefährdung, wie z.B. Alten- oder Pflegeheime, Krankenhäuser, Industriebetriebe usw. erstellt. Es werden die Aufstellung der ersten Fahrzeuge, Zugänge, Gebäudepläne, Wasserentnahmestellen und vieles mehr in die Pläne eingepflegt. Einzelne solcher Pläne werden durch Übungen getestet, auch um Erkenntnisse für andere Pläne zu gewinnen. Bei anderen Objekten finden anlassbezogen oder im Rahmen von Übungen Begehungen statt, damit die Einsatzkräfte die Übertragung der Pläne in die Wirklichkeit trainieren können.

Im Zuständigkeitsbereich des Löschbezirk Mitte befindet sich der Großwieserhof in Auersmacher. Es handelt sich um einen Reiterhof mit ca. 60 Pferden. Aufgrund der hohen Brandlast unter anderem durch Heu und Stroh, gelegentlich auch Düngemittel, existiert hier ein Objektplan. Auch die Pferde selbst müssen einerseits im Ernstfall gerettet werden. Andererseits können Sie auch, wenn sie frei und in Panik auf der Einsatzstelle rumlaufen, eine Gefahr für die Einsatzkräfte und andere Personen darstellen.

Betriebsleiter Gerald Hector führte durch den Hof und machte auf die neuralgischen Punkte aufmerksam. Er erläuterte, wie die Pferde aus Ihren Ställen direkt auf ein Koppelsystem evakuiert werden können, ohne die für Pferde vorgesehenen, abgesperrte Bereiche zu verlassen. Wer wollte konnte auch einem Pferd ein Halfter anlegen. Es ist aber fraglich, ob das jemandem, der nicht regelmäßig mit Pferden arbeitet, im Einsatz gelingen wird. Es ist ein Unterschied, ob man mit einem Pferd, bei dem eine vertraute Person anwesend ist, arbeitet oder im Einsatz, wenn ein verängstigtes Pferd es mit einer fremden Person zu tun hat.

Die Begehung war sehr aufschlussreich und wir bedanken uns für die freundliche Aufnahme.

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