Einsatz

Gefahrgut: kleine Ursache – großes Aufgebot

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Das mit den Einsatzkräften bei Einsätzen ist immer so eine Sache. Sind zu wenige vor Ort gehen hinterher die Spekulationen los ob Schäden, vor allem wenn Personen betroffen sind, verhindert worden wären wenn gleich mehr Kräfte alarmiert worden wären. Im Gegenzug wird man fast belächelt, wenn- wie sich immer erst im Nachhinein herausstellt- wegen einer Lappalie viele Kräfte alarmiert wurden.

Wir wollen hier an einem konkreten Beispiel erläutern, was die Hintergründe solcher Einsätze sind.

Ursache: In einem Thermalbad mit Wellnessbereich und zeitweise über 400 Besuchern wurde ein Chlorgasalarm gemeldet. Letztendlich war lediglich ein Sensor defekt. Es ist tatsächlich kein Gas ausgetreten. Trotzdem wurden inklusive Mitarbeiten über 100 Personen in leichter Bekleidung evakuiert. Im Sommer kein Problem, aber im Winter sieht es ganz anders aus….

Hier mal aus Sicht der Feuerwehr:

Der Einsatzdisponent muss anhand der eingehenden Meldung entscheiden, was für ein Einsatz angelegt wird. Je nach Einsatzstichwort ist in den Alarm- und Ausrückeordnungen der Kommunen hinterlegt, welche Einheiten alarmiert werden. Dazu gehören ggf. auch Spezialkräfte. Er muss seine Entscheidung anhand der Angaben treffen, die er durch den oder die Notrufe erhält. Seine Einschätzung stellt die Weichen für den weiteren Verlauf.

Konkret  ging es um einen Einsatz mit Menschen und mit Chlor. Chlor ist ein giftiges Gas. Es sind besondere Schutzausrüstungen, Spezialgeräte und – material sowie entsprechend ausgebildetes Personal erforderlich. Dieses in allen Kommunen, Kostenträger der Feuerwehren, vorzuhalten, wäre aus finanziellen und personellen Gründen einfach nicht möglich. Im Gefahrgutbereich im Regionalverband gibt es seit ca. zwei Jahren einen neu strukturierten Gefahrstoffzug, der sich aus Kräften der Feuerwehr Saarbrücken (BF und FF) und Kräften der Freiwilligen Feuerwehren Völklingen und Püttlingen zusammensetzt. Diese Einheit ist für alle möglichen Einsätze mit Gefahrgut, auch mit radioaktivem Material, zuständig. So werden Einheiten für den eigentlichen Einsatz, zum Messen an der Einsatzstelle und in der Umgebung, zur Sicherung der Einsatzstelle und auch zur Dekontamination benötigt. Das sind alleine 12 Großfahrzeuge. Diese sind auf die einzelnen Standorte verteilt. Hinzu kommt dann noch die örtliche Feuerwehr. Sie ergreift bis zum Eintreffen der Spezialkräfte erste Maßnahmen und unterstützt auch danach die Spezialkräfte. Auch werden noch Führungseinheiten, wie z.B. Technische Einsatzleitungen und Führungsdienste, benötigt. Dazu kommen dann noch der Rettungsdienst zur Versorgung von verletzen Beteiligten und Einsatzkräften sowie die Polizei.

Insgesamt kommen da an der Einsatzstelle schnell über 30 Einsatzfahrzeuge zusammen. Bei vielen Einsätzen wirkt dies „wie mit Kanonen auf Spatzen geschossen“. Aber nicht alle Einsätze stellen sich als Bagatellen heraus. Schickt man erst eine kleine Einheit zur Erkundung und es handelt sich um einen tatsächlichen Einsatz geht wertvolle Zeit, die Menschenleben kosten kann, verloren. Deshalb werden eher mehr Kräfte alarmiert, die man dann ggf. wieder nach Hause schickt, als zu wenige.

Und doch war dieser Einsatz nicht sinnlos. Er hat gezeigt, dass das Betreiberunternehmen der Einrichtung verantwortungsvoll mit seinen Gästen umging. Das Gebäude wurde umgehend, noch vor Eintreffen der Feuerwehr, geräumt. Die Gäste waren diszipliniert. Die Einsatzfahrzeuge haben ihre Bereitstellungsräume, von denen sie ihre eigentlichen Einsatzstellen anfahren, aufgesucht. Die Einsatzstelle war somit auch nicht durch die vielen Fahrzeuge „verstopft“.

Das neue Konzept für Gefahrguteinsätze ging auf und es waren trotz der für Freiwillige Feuerwehren kritischen Zeit am frühen Mittag genügend Einsatzkräfte vor Ort.

Es war der zweite Einsatz der neu organisierten Spezialeinheit, der gezeigt hat, dass das Konzept grundsätzlich stimmt. Insoweit hat auch dieser Einsatz für die Weiterentwicklung wichtige Erkenntnisse gebracht – und das Wichtigste: es waren zu keiner Zeit Menschen in Gefahr.

Für Ihre Sicherheit:
Ihre Feuerwehren im Regionalverband

Markus Dincher, Fachbereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehren im Regionalverband Saarbrücken mit freundlicher Unterstützung von Brandinspekteur Tony Bender und seinem Stellvertreter Ruwen Dumont

Fotos: Archivfotos von Hanspeter Frühauf und Markus Dincher

Einsatz

Unfall B51 in Hanweiler

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Eine Schwerverletzte und zwei Leichtverletzte Personen waren das Ergebnis eines Auffahrunfalles auf der B51 in Rilchingen-Hanweiler am 6. April kurz nach 11 Uhr Höhe Saarlandtherme.

Als die ersten Kräfte der Feuerwehr Kleinblittersdorf an der Einsatzstelle eintrafen war der Rettungsdienst noch nicht vor Ort. Die Kräfte der Feuerwehr leisteten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Erste Hilfe. Eine Person war auf der Rückbank des vorderen der beiden Fahrzeuge eingeschlossen, aber nicht eingeklemmt. Die beiden Leichtverletzten Fahrer konnten selbst die Fahrzeuge verlassen. Nach dem Eintreffen des Rettungsdiensts mit Notarzt wurde die weitere Vorgehensweise bei der eingeschlossenen Person besprochen. Der Rettungsdienst führte im Innern des Fahrzeuges die medizinische Rettung durch, während die Feuerwehr die technische Rettung vorbereitete. Aufgrund des Zustandes der Person, nachdem sie stabilisiert war, wurde in enger Abstimmung der beiden Dienste eine schonende Rettung durchgeführt. Die Feuerwehr entschloss sich, die Person durch die Heckklappe des Fahrzeuges zu retten. Dabei wird das Rückenteil des Sitzes entfernt. Die zu rettende Person kann dann achsengerecht, das heißt die Wirbelsäule bleibt gerade, aus dem Fahrzeug gerettet werden. Die B51 wurde während der Rettungsarbeiten voll gesperrt, es wurde eine Umleitung eingerichtet.

In den Einsatz involviert waren die Löschbezirke Rilchingen-Hanweiler, Kleinblittersdorf und Mitte. Dabei waren mit den Kräften in den Bereitstellungsräumen, die nicht aktiv involviert waren, ca. 50 Kräfte mit 5 Großfahrzeugen, einem Vorausrüstwagen und einem Kommandowagen im Einsatz. Der Rettungsdienst war mit 3 Rettungswagen und  einem Notarztfahrzeug vor Ort. Die Polizei war mit einem Kommando vor Ort, das durch ein Kommando Bundespolizei, die zufällig in der Nähe war, unterstütz. Die Dienste arbeiteten Hand in Hand zum Wohle der Patienten.

Einsatzleiter Feuerwehr: Wehrführer Peter Dausend

Einsatz

Wohnhausbrand in Bliesransbach

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In der Nacht zum Mittwoch, 3.4.19, kurz nach 3 Uhr, wurde die Feuerwehr Kleinblittersdorf zu einem Wohnhausbrand gerufen. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand ein Balkon im Vollbrand und die Flammen hatten schon auf eine Wohnung in dem Gebäude mit sechs Wohnungen übergegriffen. Sie schlugen auch aus dem Dach. In dem Haus befanden sich zu diesem Zeitpunkt keine Personen mehr. Der Brand wurde von Trupps mit Atemschutz im Innenangriff bekämpft. Von außen wurden die Maßnahmen mit weiteren Strahlrohren unterstützt. Die Berufsfeuerwehr Saarbrücken rückte mit einer Drehleiter an, die von einem Führungsdienst begleitet wurde. Mit Hilfe der Drehleiter wurde die Dachhaut geöffnet um Glutnester zu löschen. Der Brand konnte auf die eine Wohnung begrenzt werden. Zwei Wohnungen sind unbewohnbar.

Im Einsatz waren die Feuerwehr Kleinblittersdorf mit ca. 80 Einsatzkräften und 11 Fahrzeugen aus den LB Bliesransbach, Kleinblittersdorf, Mitte und Hanweiler. Die Berufsfeuerwehr war mit einer Drehleiter und 3 Einsatzkräften im Einsatz. Der Brandinspekteur Tony Bender war ebenfalls an der Einsatzstelle. Die Polizei war mit 3 Kommandos und 7 Kräften sowie 3 Kräften Kriminaldauerdienst vor Ort. Der Rettungsdienst war mit 2 Rettungswagen und einem Notarztfahrzeug im Einsatz.
Von den Kräften der Feuerwehr Kleinblittersdorf waren nicht alle an dem Einsatzgeschehen unmittelbar beteiligt. Da die Einsatzstelle erst erkundet werden muss fahren nach der Alarmierung nicht alle Fahrzeuge unmittelbar zur Einsatzstelle. Dieses könnte die Einsatzstelle „verstopfen“. Es fahren nur bestimmt Fahrzeuge direkt die Einsatzstelle an. Die anderen Kräfte fahren sogenannte Bereitschaftsräume (z.B. Parkplätzte, Freiflächen usw.) in der Nähe der Einsatzstelle an. So bleiben sie mobil und können kurzfristig zur Einsatzstelle beordert werden oder nehmen unterstützende Tätigkeiten, wie etwa das Heranführen von Löschwasser, wahr. Manchmal wird auch nur zusätzliches Personal, z.B. zur Ablösung von Atemschutzgeräteträgern, benötigt.

Der Brand war kurz vor 6 Uhr gelöscht („Feuer aus!“). Der Hauptbrand war schon wesentlich früher gelöscht, jedoch befanden sich noch Glutnester vor allem in der Dachkonstruktion. Um diese aufzuspüren wurde auch eine Wärmebildkamera eingesetzt. Erst wenn mit ziemlicher Sicherheit alle Glutnester abgelöscht sind kommt das Kommando „Feuer aus“. Dann beginnen die Aufräum- und Rückbauarbeiten. Auch müssen die Fahrzeuge wieder, vor allem mit Atemschutzgeräten, bestückt und einsatzbereit gemacht werden.

Einsatzleiter war Michael Becker vom LB Bliesransbach

Fotos: Steve Mantzer und Markus Dincher

Einsatz

Eberhard wütet auch in Kleinblittersdorf

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Auch die Gemeinde Kleinblittersdorf wurde von dem Sturmtief Eberhard nicht verschont. Lediglich die Ortsteile Sitterswald und Auersmacher hatten keine Einsätze für die Feuerwehr zu verzeichnen. Personen wurden zum Glück nicht verletzt. In den Ortsteilen Kleinblittersdorf, Rilchingen-Hanweiler und Bliesransbach waren am späten Nachmittag des 10. März insgesamt 8 Einsätze abzuarbeiten,davon allein 5 in Kleinblittersdorf. In Rilchingen-Hanweiler waren es 2 und einer in Bliesransbach. Im Einsatz waren die Löschbezirke Bliesransbach, Kleinblittersdorf und Rilchingen-Hanweiler Aufgrund der Anzahl der Einsätze im Regionalverband und weil nicht abzusehen war, wie ernst die Lage in Kleinblittersdorf werden würde wurde im Feuerwehrhaus Kleinblittersdorf die Technische Einsatzleitung (TEL) besetzt und in Betrieb genommen. Ihre Aufgabe ist es, zur  Entlastung der zentralen Einsatzleitstelle, die Einsätze in unserer Gemeinde zu koordinieren. Nach gut zwei Stunden waren die Einsätze beendet und die Feuerwehrleute konnten wieder nach Hause, wo auf viele schon die Familien sehnsüchtig warteten, um den Rest des Wochenendes gemeinsam zu verbringen.

Bei den Einsätzen handelte es sich um 4 Einsätze mit Bäumen/Ästen, einem mit losen Ziegeln und ein gelöstes Dachblech. Hinzu kamen noch ein Transparent das sich selbständig gemacht hat und in Leitungen der Straßenbeleuchtung über der Straße verfangen hat. Auch eine Verkehrsampel musste gesichert werden. Sie hatte sich gelöst und hing nur noch an den Kabeln.

Einsatz

Brand Dachdeckerei- und Zimmereibetrieb in Rilchingen-Hanweiler

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Hier zunächst noch eine Ergänzung zur Berichterstattung zu dem Brand am 23.10.2018:

Das Wichtigste: Personen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden. Es handelte sich lt. Polizeiangaben um Brandstiftung. Statt den gemeldeten 100 Feuerwehrleuten waren es wohl eher 100 alleine aus der Gemeinde Kleinblittersdorf und ca. 25 von außerhalb. Dies rührt daher, dass viele Wehrleute vor allem aus der Gemeinde, noch später zur Einsatzstelle kamen und so nicht in den Stärkemeldungen enthalten waren. Da genügend Kräfte vor Ort waren, wurde auf eine permanente Aktualisierung der Personalstärke verzichtet. Es wurde noch ein Baufachberater des Technischen Hilfswerkes (THW) zur Einsatzstelle gerufen. Nach seiner Begutachtung wurde in Absprache mit der Einsatzleitung und der Polizei der THW Ortsverband Völklingen-Püttlingen alarmiert. Dieser rückte mit schwerem Räumgerät an und riss noch in der Nacht die Reste der Halle ein. Dies war notwendig, da das Dach teilweise eingestürzt war und sich noch viele Glutnester in der Konstruktion und den Trümmern befanden. Der Einsatz war dann gegen 6 Uhr morgens beendet. Die brennende Halle konnte nicht gerettet werden, sie befand sich bereits in Vollbrand als die Einsatzkräfte anrückten. Zwei Hallen in unmittelbarer Nähe konnten jedoch gerettet werden.

Einen solchen Einsatz abzuarbeiten erfordert umfangreiche Vorplanung und entsprechende Infrastrukturen. Wir wollen hier einmal aufzeigen, was bei einem solchen Einsatz alles noch „mitläuft“ (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Leitstelle – Haupteinsatzzentrale
Zu Beginn ihrer Tätigkeit handelte es sich um eine reine Alarmierungsstelle: Notrufe gingen ein, die Kräfte vor Ort wurden alarmiert und konnten nachalarmieren lassen. Doch das hat sich wesentlich gewandelt. In der Leitstelle ist hinterlegt, was in den einzelnen Löschbezirken (LB) an Fahrzeugen usw. vorhanden ist, was im Einsatz ist und was zurzeit, z.B. wegen Defekt oder Reparatur, nicht zur Verfügung steht. Es stehen Internet und verschiedene Datenbanken zur Informationsgewinnung zur Verfügung. Per Funk, bei Einsatz einer Technischen Einsatzleitung auch per Telefon, kann mit der Leitstelle kommuniziert werden. Beim Eingehen von Notrufen macht sich der Einsatzdisponent ein Bild der Lage und alarmiert entsprechend den in den Alarm- und Ausrückeordnungen der jeweiligen Feuerwehr für dieses erwartete Ereignis in dem erwarteten Umfang vorgesehenen Einheiten. Er muss abschätzen, ob es sich um ein kleines, mittleres oder großes Schadensereignis handelt. So kann es durchaus vorkommen, dass zu viele Kräfte alarmiert werden. Doch das ist immer besser, als wenn zu wenige alarmiert werden. Die nachalarmierten Kräfte brauchen immerhin weitere mehr als 10 Minuten bis sie zur Verfügung stehen.

Rettungsdienst
Bei bestimmten Alarmstichworten wird immer automatisch eine Einheit des primären Rettungsdienstes mitalarmiert. Das sind die Einheiten, die in den ständig besetzten Rettungswachen stationiert sind. Wenn Personen in Gefahr sind, kommt auch gleich ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) hinzu. Zunächst war ein Rettungstransportwagen (RTW) des Arbeiter-Samariter-Bundes von der Rettungswache in Kleinblittersorf vor Ort. Als abzusehen war, dass der Einsatz länger dauert, wurde er durch freiwillige Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes, Ortsverbände Quierschied, Walpershofen und Hanweiler-Sitterswald sowie einem Führungsdienst abgelöst. Der Rettungsdienst dient in dieser Phase des Einsatzes der Sicherheit der Einsatzkräfte, damit im Falle eines Falles unverzügliche medizinische Hilfe zur Verfügung steht.

Polizei
Die Polizei übernimmt die Absicherung der Einsatzstelle. Sie wird auch hinzugezogen, wenn in Privateigentum eingedrungen werden muss und kein Berechtigter zur Stelle ist. Hier waren wir gezwungen, ein Tor zu einem Gewerbebetrieb und eine Tür in das Gebäude aufzubrechen. Diese Maßnahmen haben letztlich dazu geführt, dass dieses Gebäude gerettet werden konnte. Die Polizei ist auch für Störer und Gaffer und die Sicherheit der Einsatzkräfte vor äußeren Störungen zuständig. Sie ermittelt auch die Brandursache. Die Polizei war zunächst mit einem Kommando vor Ort. Später kam noch die Kriminalpolizei hinzu.

Technisches Hilfswerk
Nachdem der Brand unter Kontrolle war, wurde ein Baufachberater des THW angefordert. Das Dach der Halle war teilweise eingestürzt, aber es waren noch Brandnester in den Trümmern. Man wollte jedoch zum Ablöschen keine Menschenleben gefährden. Deshalb wurde das THW Völklingen/Püttlingen mit schwerem Gerät angefordert. Mit zwei Radladern wurden die Reste der Halle abgerissen und Glutnester freigelegt, die nun gefahrlos gelöscht werden konnten. Bei diesem Einsatz war erstmals der neuer Radlader im Einsatz. Bei dem zweiten handelte es sich  um den „Alten“. Für ihn war es vermutlich der letzte Einsatz.

Verpflegung
Wir haben mit Geschäften in unserer Gemeinde absprachen, dass wir bei längeren Einsätzen auch außerhalb der Geschäftszeiten mit Lebensmitteln und Getränken für die Einsatzkräfte versorgt werden. Aufgrund der Vielzahl an Einsatzkräften und der erwarteten Länge des Einsatzes wurde jedoch eine Verpflegungseinheit angefordert. Die Leitstelle alarmierte den Malteser Hilfsdienst aus Saarbrücken. Dieser sorgte für warmes Essen und warme Getränke. Da es in der Nacht sehr kühl wurde, stellten die Kräfte des Malteser Hilfsdienstes auch noch ein beheiztes Zelt auf, in dem sich Einsatzkräfte ausruhen und aufwärmen konnten.

Feuerwehr
Da alle Fahrzeuge der Gemeinde bei dem Brand eingesetzt waren, mussten Vorkehrungen getroffen werden, dass im Falle einer weiteren Alarmierung innerhalb der Hilfsfristen Kräfte zur Verfügung stehen. Der Löschbezirk (LB) Bübingen der angrenzenden Landeshauptstadt Saarbrücken wurde alarmiert und bezog im Feuerwehrhaus Bereitschaft, um so ggf. schneller nach Kleinblittersdorf ausrücken zu können. Nachdem erste Löschfahrzeuge der Gemeinde Kleinblittersdorf aus dem Einsatz gelöst und wieder Einsatzbereit in den Feuerwehrhäusern waren (weit nach Mitternacht), konnte die Einsatzbereitschaft in Bübingen eingestellt werden.

Die Feuerwehr aus dem benachbarten Saareguemines (Saargemünd) wurde um Unterstützung gebeten. Zunächst war sie wegen eines eigenen Einsatzes verhindert, konnten aber dann doch kommen. Sie verlegten zwei Schlauchleitungen von der Saar zur Einsatzstelle, insgesamt rd. 1.400 Meter. Die Franzosen verwenden Schläuche mit einem wesentlich größeren Durchmesser als wir. Diese können nicht von uns übernommen werden. Deshalb kam noch ein Großtanklöschfahrzeug aus Saint-Avold (St. Avold), spezialisiert für Groß- und Industriebrände. Dieses speiste einen Wasserwerfer und wir konnten dann mit speziellen Übergangsstücken einen Übergang des französischen auf das deutsche System herstellen.

Durch unsere Leitstelle bei der Berufsfeuerwehr Saarbrücken wurde aufgrund der Alarmmeldung gleich der höchste Feuerwehrmann im Regionalverband, der Brandinspekteur, alarmiert. Später kam noch der Landesbrandinspekteur hinzu.

Aufgrund der vielen Einheiten wurde von der FF Alt Saarbrücken eine mobile technische Einsatzleitung (TEL) angefordert. Es wurden vier Einsatzabschnitte mit jeweils eigenem Funkkanal eingerichtet. Bei der TEL gingen alle Lagemeldungen ein und sie übernahm u.a. die Kommunikation mit der Leitstelle und dokumentierte den Funkverkehr um die Einsatzleitung zu entlasten.

Da eine Drehleiter benötigt wurde, kam die Berufsfeuerwehr Saarbrücken mit einer solchen, einem zugehörigen Tanklöschfahrzeug und einem Führungsdienst.

Wegen der Vielzahl an Atemschutzgeräten, die benötigt wurden, kam auch der Abrollbehälter Atemschutz der Landesfeuerwehrschule mit einem Wechselladerfahrzeug, die beide ebenfalls bei der Berufsfeuerwehr stationiert sind.

Das Medieninteresse ist bei Einsätzen der Feuerwehr und des Rettungsdienstes sehr groß. Auch hat sich die Medienlandschaft durch den technischen Fortschritt gewandelt. Um den Medienvertretern kompetente Auskunft zu geben ohne den laufenden Einsatz zu stören, wurden bei vielen Feuerwehren Pressesprecher eingesetzt. Im Regionalverband bilden diese den „Fachbereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“. Bei bestimmten Alarmstichworten oder auf Anforderung wird dieser Fachbereich Presse ebenfalls alarmiert.

Außerhalb der Hilfsdienste waren noch in den Einsatz involviert:

Wasserwerke
Bei solchen Bränden werden große Mengen Löschwasser aus dem Trinkwassernetz entnommen. Es gibt Vorgaben, wie viel Löschwasser innerhalb einer bestimmten Zeit zur Verfügung stehen muss. Deshalb werden die Wasserwerke durch die Leitstelle informiert, die dann dafür Sorge tragen, dass die Wasserbehälter nicht leer werden. Hier läuft zwar vieles automatisch, aber bei bestimmten Konstellationen ist manuelles eingreifen erforderlich, sodass während und nach dem Einsatz für die Bevölkerung noch genügend Trinkwasser zur Verfügung steht.

Energieversorger
Durch Brände können Gas- oder Stromleitungen beschädigt werden. Deshalb werden Fachkräfte durch die Leitstelle angefordert, die die Strom- und Gasleitungen kontrollieren und ggf. geeignete Maßnahmen durchführen oder einleiten.

Verwaltung
Bei größeren Ereignissen wird auch immer der Bürgermeister unserer Gemeinde mit alarmiert, hier nun Vertretungsweise die 1. Beigeordnete. Dies ist notwendig, da für verschiedene Maßnahmen Kosten auf die Gemeinde zukommen. Auch kann es nötig sein gemeindeeigene Hallen u.ä. zur Verfügung zu stellen und vieles mehr. Bei Bedarf werden auch Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung herangezogen.

Zusätzliche kann es noch notwendig werden, den kommunalen Abfallverband, das Landesamt für Umweltschutz oder die Krisenintervention, allgemein als Notfallseelsorger bekannt, und viele mehr hinzuzuziehen.

Das Hilfeleistungssystem in Deutschland ist eng verzahnt. Die Dienste arbeiten Hand in Hand zum Wohle Aller. Die Einsatzkräfte vor Ort müssen sich nicht um Telefonnummern usw. kümmern, eine Vielzahl von Kontaktdaten ist bei der Leitstelle hinterlegt. Es sind Alarmpläne angelegt, sodass bei bestimmten Lagen automatisch schon entsprechende Zusatz- oder Spezialkräfte mitalarmiert werden.

Das Vorhalten der komplexen Infrastruktur mit hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften ist nicht billig. Doch dadurch können Menschenleben gerettet und Sachwerte geschützt werden.

Wir möchte an der Stelle allen Einsatzkräften von Nah und Fern und egal von welchem Hilfsdienste ganz recht herzlich für die tatkräftige Unterstützung bedanken. Ein besonderer Dank gilt unseren Kameraden aus Frankreich. Unter der Leitung von Lieutenant-Colonel (Oberstleutnant) Armand Jung waren sie uns eine große Hilfe.

Ihre Freiwillige Feuerwehr Kleinblittersdorf
Markus Dincher, Pressesprecher

Fotos: Hanspeter Frühauf, Steve Mantzer, Markus Dincher

Einsatz

Feuer vernichtet Zimmerei- und Dachdeckereibetrieb in Rilchingen-Hanweiler

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Am Dienstag, 23. Oktober 2018, wurde die Feuerwehr Kleinblittersdorf gegen 20:24 Uhr mit dem Einsatzstichwort „Brand 4“ nach Rilchingen-Hanweiler in die Max-Planck-Straße alarmiert. Bereits bei der Anfahrt konnte als erste Rückmeldung an die Haupteinsatzzentrale der Berufsfeuerwehr eine starke Rauchentwicklung auf Sicht gemeldet werden. Unmittelbar nach Ankunft an der Einsatzstelle, brannte eine ca. 22 x 20 Meter große Halle mit angebauter Werkstatt in Vollbrand, woraufhin Einsatzleiter Wehrführer Peter Dausend zunächst die Gesamtwehr Kleinblittersdorf alarmieren ließ. Noch während erste Trupps unter Atemschutz rund um die Halle die Brandbekämpfung vornahmen, wurden weitere Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr (BF) sowie der benachbarten Feuerwehr aus Saargemünd angefordert. Zudem wurde eine Wasserversorgung von der Saar zur Einsatzstelle verlegt.

Schwierig gestalteten sich die Löscharbeiten von Beginn an, da ein Zutritt zur Halle nicht von allen Seiten aus möglich war. Erst nachdem von einem benachbarten Firmengelände von einer Erhöhung aus ein „C-Rohr“ und von der DLK aus ein Wasserwerfer zum Einsatz kamen, konnte der Brand gegen 22:20 Uhr unter Kontrolle gebracht werden. Neben der Wasserversorgung von der Saar aus, kamen von der Berufsfeuerwehr ein TLF 24/50 sowie von der Feuerwehr Saargemünd ein TLF 6000 zum Einsatz. Eingesetzt wurde auch der Abrollbehälter-Atemschutz der BF, sowie der Einsatzleitwagen 11-11-1 vom Löschbezirk Alt-Saarbrücken, über den der Einsatz koordiniert wurde. Durch das Feuer wurde die Halle mit Werkstatt komplett zerstört. Auch zwei unmittelbar an die Halle angestellte Firmenwagen wurden ein Raub der Flammen. Ein Übergriff des Feuers auf eine benachbarte Schreinerei konnte verhindert werden. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichtes befanden sich immer noch etwa 100 Einsatzkräfte vor Ort, darunter auch diverse Rettungsdienstorganisationen und der THW-Ortsverband Völklingen-Püttlingen.

Ein ausführlicher Bericht und weitere Fotos folgen.
Rafael Mailänder (Pressesprecher FF RV SB)

Einsatz

Nun auch der Rest der Gemeinde Kleinblittersdorf von Unwetter betroffen

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Knapp 5 Wochen noch der Unwetterkatastrophe in der Gemeinde Kleinblittersdorf wurden nun der damals weitgehend verschonte Ortsteil Rilchingen-Hanweiler stark betroffen. Zum Glück waren die Wassermengen bei weitem nicht so groß wie vor 5 Wochen, die Infrastruktur blieb intakt, es wurden aber einige Keller und Wohnungen, teils mit erheblichen Schäden, überflutet.
Die gesamte Gemeindefeuerwehr war wieder im Einsatz, unterstützt durch Kräfte aus Saarbrücken-Güdingen. Diese waren in Saarbrücken im Einsatz und wurden auf der Rückfahrt nach Kleinblittersdorf beordert, da sie über einen Wassersauger verfügen. Diese Geräte sind bei Überflutungen in Gebäuden sehr hilfreich, aber es stehen bei den Feuerwehren nur sehr wenige dieser Geräte zur Verfügung.
Einsatzschwerpunkt der Feuerwehr war Rilchingen-Hanweiler, aber auch in Sitterswald und Auersmacher gab es etliche Überflutungen. Vieler der Betroffenen in diesen beiden Orten waren bereits am 31.05./01.06. Opfer der Wassermassen, bei einigen waren gerade die Trocknungsmaßnahmen beendet.
Neben einer unbekannten Zahl von Kellern, die von den Bewohnern selbst geleert wurden, gab es für die Feuerwehr 25 Einsatzstellen davon je 2 in Sitterswald, Kleinblittersdorf und Auersmacher, der Rest in Rilchingen-Hanweiler. Es wurde nun zum dritten Mal innerhalb von zwei Monaten eine eigene Technische Einsatzleitung (TEL) eingerichtet. Dabei waren 12 Fahrzeuge und ca. 80 Kräften im Einsatz. Aufgrund des Einsatzschwerpunktes in der Gemeinde Kleinblittersdorf und den vorliegenden Wetterwarnungen war auch der Brandinspekteur des Regionalverbandes, Tony Bender, vor Ort.

Markus Dincher, Pressesprecher

Einsatz

Zur Unwetterkatatrophe in Kleinblittersdorf und Bliesransbach

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„Wasserschaden klein“

mit diesem Alarmstichwort wurden wohl die meisten Feuerwehrleute aus unserer Gemeinde zu einem Einsatz am 31.Mai gegen 23.30 Uhr gerufen. Das Stichwort sagt nichts über den Schaden aus, der entstanden ist, sondern lediglich, dass der Einsatz normalerweise von einem Fahrzeug mit Mannschaft abzuarbeiten ist. Diesmal war aber alles anders. Es schüttete. Mir war gleich klar, dass mein Sohn und ich, wenn wir die 10 Meter von der Haustür zum Auto laufen, völlig durchnässt sind. Also durch die Garage, nur 3 Meter. Trotzdem waren wir nass. Auf der Fahrt zum Feuerwehrhaus kamen wir an einem Gulli vorbei, aus dem eine ein Meter hohe Fontäne schoss. Mein Sohn schickt an meine Frau eine Nachricht, sie soll unseren Keller kontrollieren. Ein Kamerad wollte in seine Kellergarage gehen um zum Einsatz zu fahren. Er stellte fest, dass seine Kellergarage mit zwei PKW überflutet war. Er kam nicht zum Einsatz, half aber später in der Nachbarschaft, da gab es mehrere Überflutungen.

Beim umziehen gingen die Melder wieder. Es piepte an allen Ecken und Enden der Umkleide. Als ich ausrückte, das 1. Fahrzeug war schon besetzt, lag so für uns bereits ein anderer Einsatzauftrag vor. Auf der Fahrt zu dieser Einsatzstelle sahen wir im Dorf an den üblichen neuralgischen Punkten bei Starkregenereignissen, dass die Bewohner bereits am arbeiten waren. Jetzt spätestens richtete sich wohl jeder innerlich auf eine lange Nacht ein. Bis wir an der Einsatzstelle waren ging der „Piepser“ noch mehrere male, und über Funk ordnete der Wehrführer bereits an, dass für unsere Gemeinde eine eigene technische Einsatzleitung (TEL) eingereichte wird. Später sollten noch drei weitere hinzukommen. Eine TEL übernimmt die Koordination der Einsätze und der Einsatzmittel (Mannschaft und Gerät). Zeitgleich wurde für die Feuerwehr der Gemeinde Kleinblittersdorf Vollalarm ausgelöst. Die Einsatzleitstelle bei der Berufsfeuerwehr war überlastet. Als wir unsere Einsatzstelle am Ortsausgang erreichten merkten wir, dass es sich nicht um ein „normales“ Starkregenereignis handelte. Die Einsatzstelle war uns bekannt und es kann immer wieder mal zu Überflutungen der Fahrbahn. Doch diese Wasser- und Geröllmassen hatten wir noch nicht erlebt. Die Bewohner eines Hauses hatten uns gerufen, bei ihnen Stand das Wasser bis zur Mitte einer großen Glasscheibe und drohte in die Wohnung einzudringen. Noch während der Erkundung hat dann wohl eine kleiner Baumstamm, von den Fluten mitgespült, die Scheibe eingedrückt. Binnen Sekunden war die Wohnung überflutet und zerstört. Für wohl jeden eine Tragödie, für viele sogar eine Existenzgefährdung.

Das Geröll lag auf der Straße, ein PKW wurde angeschwemmt, wir mussten die wichtige B51 wegen den Geröllmassen sperren. Wir bekamen über Funk mit, dass das THW und die Bereitschaftszüge der Feuerwehren des Regionalverbandes alarmiert waren. Für uns war zu diesem Zeitpunkt klar: Auersmacher ist wohl der Einsatzschwerpunkt. Und es regnete immer noch heftig weiter. Außer absperren konnten wir zu diesem Zeitpunkt nichts tun. Die Polizei, die für solch Aufgaben zuständig ist, kam ungewöhnlicherweise nicht zu uns. So konnten wir uns keinen anderen Aufgaben widmen. Und immer wieder gab es unvernünftige Personen, die unsere Absperrung ignorierten und mit teils hoher Geschwindigkeit durch Wasser- und Geröllmassen fuhren. Sie gefärdeten sich und andere. Und wir warteten sehnsüchtig auf das THW, damit die so wichtige B51 wieder frei gegeben werden konnte. Doch dieses wurde, für uns unverständlich, erst nach Kleinblittersdorf beordert. Warum war uns dann sofort klar als wir später ebenfalls nach Kleinblittersdorf kamen, und dort das wahre Ausmaß der Katastrophe sahen. Die Schäden in unserem Dorf waren Lappalien gegenüber dem was wir in Kleinblittersdorf und Bliesransbach vorfanden. (Die Aussage „Lappalie“ bezieht sich lediglich auf die Gesamtlage und die feuerwehrtechnischen Anforderungen. Auch hier waren viele Keller, manche mit Wohnungen, überschwemmt und die Bewohner haben teils erheblichen Sachschaden erlitten.)

Zu wie vielen Überflutungen es ganau kann läßt sich nur schätzen. Durch das verlängerte Wochenende waren wohl viele in Urlaub und erfuhren aus den Nachrichten was bei ihnen zu Hause los war. So kam es auch in den Folgetagen noch zu Einsätzen mit überfluteten Kellern. In den Fällen, in denen sich das Wasser durch den Kanal in die Keller gedrückt hat läuft es später oft wieder von alleine ab, also kein Einsatz für die Feuerwehr. Auch gibt es viele Keller, bei denen das Wasser auf einer Seite ebenerdig abfließen kann. Viele Mitbürger haben sich auch schon mit Pumpen, Eimern usw. selbst geholfen. Wir als Feuerwehr haben auch nur begrenzte Mittel und können die großen Wassermengen abpumpen, wobei es sich diesmal oft um Schlamm handelte, der sich mit unseren Pumpen nicht beseitigen lässt. Auch bleibt aufgrund der Bauweise unserer Geräte immer eine Restmenge stehen, die wir nicht abpumpen können. Die Höhe schwankt je nach eingesetztem Gerät. Diesmal konnte aber auch die Feuerwehr nicht überall helfen. Für die Geröllmassen musste schweres Gerät her. Und so kam das Technische Hilfswerk (THW), das man ja eher bei Auslandseinsätzen in Katastrophengebieten wahrnimmt, bei uns zum Einsatz. Die Einheiten kamen aus dem ganzen Saarland, später auch aus Rheinland-Pfalz. Das THW leistete großartiges. Baufachberater prüften Gebäude, ob sie überhaupt noch betreten werden können. Einheiten mit großen Radladern und LKW´s kamen zum Einsatz. Für ähnliche Szenarien wurde das THW unter anderem gegründet. Aber auch Privatfirmen stellten Personal und Material zur Verfügung. So konnten die großen Schutt- und Geröllmassen beseitigt werden. Für die Leute, die entweder durch das Ereignis als solches oder weil aufgrund der Schäden ihre Existenz auf den Spiel stand seelisch belastet waren, kam der PSNV Saarland – Notfallseelsorge und Krisenintervention Saarland e.V. mit seinen Notfallseelsorgern. Das Deutsche Rote Kreutz (DRK) sorgte für die Verpflegung aller Einsatzkräfte. Es war wohl der größte Einsatz in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Kleinblittersdorf. Die Feuerwehr hatte 249 registrierte Einsätze, über die des THW liegen keine genauen Zahlen vor. Neben der Beseitigung der Schuttmassen übernahm das THW auch das Auspumpen und Räumen von überfluteten Räumen. Die Feuerwehr war mit ca. 300, THW und Rotes Kreuz mit zusammen ca. 100 und die Krisenintervention mit 10 Kräften im Einsatz.

Die Hauptlast der Aufräumarbeiten blieb und bleibt aber trotzdem bei den Hausbewohnern. Lange nachdem die Hilfsdienste die Einsatzstelle abgearbeitet haben und das Medieninteresse sich anderen Ereignissen zuwendet sind noch nicht alle Schäden beseitigt. Ohne die Hilfe von Nachbarn, Freunden oder einfach unbekannten Menschen die helfen ist die Last nicht zu stemmen. Die Feuerwehr kann mit ihrer Ausrüstung nur begrenzt helfen, das heißt stehendes Wasser ab ca. 8 cm abpumpen und hier und da Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Aber es zeigte sich, dass die Bevölkerung zusammenrückte und die, die keine oder geringe Schäden hatten, anderen halfen.

Auch auf die Gemeinde kommen große Lasten durch die Schäden an Straßen, Brücken, Wegen usw. zu. Sie tat und tut aber ihr Möglichstes um den Betroffenen zu helfen. Sie organisierte die Abführ von Sperrmüll, Schutt usw. und hatte eigens ein Bürgertelefon eingerichtet. Mitarbeiter von Bauhof, Bauamt und Ortpolizeibehörde waren vor Ort im Dauereinsatz. Aber es ist nicht möglich, allen ihre Gebäude wieder Besenrein zu übergeben.

Markus Dincher, Pressesprecher

Einsatz

Linksammlung Unwetterkatastrophe in Kleinblittersdorf

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Zu der Unwetterkatastrophe in Kleinblittersdorf am 01.06.2018 haben wir einige Links auf fremden Internetseiten für Sie zusammengestellt:

SR Fernsehen

01.06. SR aktuell 16.00 Uhr  http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=61992

01.06. SR aktuell 17.00 Uhr  http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=61994

01.06. SR aktuell 18.00 Uhr  http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=61995

04.06. SR aktuell 16.00 Uhr  http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=62039

jeweils mit Lifeberichterstattung

04.06. SR aktueller Bericht   http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=62041

Saarbrücker Zeitung

02.06.  Verheerende Schäden nach Gewitter-Nacht

02.06.  Gemeinde kämpft sich aus dem Schlamm

04.06.  Plünderungen nach schwerem Unwetter in Kleinblittersdorf

Bild-Zeitung

01.06. Ganzes Dorf innerhalb einer Stunde abgesoffen

03.06. Jetzt kommen auch noch die Katastrophen-Touristen

Einsatz

Verkehrsunfall B 51 Rilchingen-Hanweiler

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Licht und Schatten

Die Medien sind überhäuft mit Berichten, in denen Gaffer die Rettungsmaßnahmen behindern. Aber es geht auch anders.

Es kam – mal wieder- in den frühen Morgenstunden zu einem Verkehrsunfall auf der B51 in Rilchingen-Hanweiler. Der Unfall ereignete sich in der Nähe eines Firmengeländes. Als man sich dort der Situation bewusst wurde, begab sich der Inhaber des Betriebes mit mehreren Mitarbeitern zur Unfallstelle und leistete Erste Hilfe. Die Unfallstelle war ein Trümmerfeld und bot ein Bild des Schreckens. Doch nach Auskunft eines Ersthelfers nahm man das zu diesem Zeitpunkt  gar nicht wahr. Die couragierten Helfer waren so auf das Retten der Personen fokussiert, dass man alles andere nicht wahrnahm. Vermutlich verarbeiten sie das Geschehen erst lange nach ihrer vorbildlichen Hilfe. Nach Auskunft von Ersthelfern kam ihnen die Zeit bis zur Ankunft der Feuerwehr kurz vor, während sie für  Personen, die nicht direkt in die Patientenbetreuung involviert waren, nicht enden wollte.

Tatsächlich wurde die Feuerwehr kurz vor 6 Uhr alarmiert. Die Feuerwehrangehörigen waren teilweise auf dem Weg zur Arbeit, Schule oder Uni beziehungsweise bereiteten sich darauf vor. Viele lagen auch schlicht noch in den Betten. Nun hieß es sich anziehen, zu den Feuerwehrhäusern begeben, Einsatzkleidung anlegen, sich einsatzbereit machen und zur Einsatzstelle begeben. Die ersten Fahrzeuge waren weniger als 7 Minuten nach der Alarmierung an der Einsatzstelle. Der Rettungsdienst war noch nicht vor Ort und so wurden die Ersthelfer durch Feuerwehrleute mit Sanitätsausbildung unterstützt.

Sieben Minuten- für einen Feuerwehrmann, der sich aus dem Bett erst zum Feuerwehrhaus begibt und dann zur Einsatzstelle eine sehr kurze Zeit. Für eine hilfsbedürftige Person, die alleine mit Schmerzen auf Hilfe wartet eine schier unendliche Zeit. Eine Zeit, die man evtl. ohne Hilfe nicht mehr hat. Und auch wenn keine lebensbedrohlichen Verletzungen vorliegen kann alleine das Gefühl, es ist jemand da der mir beisteht, ich bin nicht alleine, für Linderung sorgen und die gefühlte Zeit bis zum Eintreffen der Hilfskräfte verkürzen. Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Ersthelfern bei diesem Unfall!

Einsatztechnisch aus Sicht der Feuerwehr war dieser Unfall, bei dem es leider einen Toten und zwei lebensbedrohlich Verletzte gab, eher unspektakulär. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes, kurz nach dem Eintreffen der Feuerwehr, kümmerte man sich um die Verletzten und unterstützte dann den Rettungsdienst. Parallel wurde alles für den – im Nachhinein nicht erforderlichen- Einsatz von schwerem Rettungsgerät vorbereitet und der Brandschutz für die Einsatzstelle sichergestellt. Nachrückende Einheiten sperrten die B51 bis zum Eintreffen der Polizei. Ein Verletzter befand sich auf der anderen Seite eines 1,80 Meter hohen Metallzaunes und so bestand die größte feuerwehrtechnische Aufgabe in der Schaffung eines Überganges mittels Bockleiter- nichts Anspruchsvolles. Emotional wird der Einsatz die Kräfte und Ersthelfer sicher noch einige Zeit beschäftigen, zumal sich während des Einsatzes herausstellte, dass der Vater eines sich im Einsatz befindlichen jungen Feuerwehrmannes in den Unfall verwickelt war. Er befand sich in einem anderen Fahrzeug und war nur leicht verletzt, wurde zur Sicherheit aber in ein Krankenhaus eingeliefert.

Gaffer gab es aufgrund der Lage der Einsatzstelle kaum. Dennoch hat eine Person Aufnahmen von der Unfallstelle gemacht. Diese wurde von der Polizei dazu aufgefordert, die Aufnahmen sofort zu löschen. Sie kam der Aufforderung nach und ersparte sich so eine Anzeige, denn schon das Anfertigen von Aufnahmen von hilflosen Personen ohne deren Einverständnis ist strafbar.

Anderseits bekommen wir bekommen auch oft, wie auch bei diesem Einsatz, bei längeren Einsätzen Angebote aus der Nachbarschaft:  z.B. kalte oder warme Getränke oder auch einfach nur die Möglichkeit, eine Toilette zu nutzen.

Hier hat die Rettungskette von Ersthelfer bis hin zum Rettungsdienst funktioniert. Die Ersthelfer, die Rettungskräfte und die Polizei arbeiteten Hand in Hand.

Markus Dincher, Pressesprecher